Der Pelzhandel

Biber, Kriege und der Wandel der indianischen Kulturen

„Sie häuften nie große Mengen Elch-, Otter-, Biber- oder andere Felle an, sondern erlegten immer nur so viele, wie sie für ihren eigenen Bedarf benötigten."
– Ein britischer Händler über indianische Jäger

Der Beginn des Pelzhandels

Die Franzosen, Holländer und Engländer im Norden konzentrierten sich auf den Handel mit Biber, Marder, Hermelin, Otter, Luchs und anderen Pelztieren, die es in den Waldgebieten des Nordostens und der Großen Seen im Überfluss gab.

Bereits im 17. Jahrhundert spielte der Pelzhandel eine bedeutende Rolle. Aus Biberhaaren wurde Filz hergestellt, und als Filzhüte in Europa in Mode kamen, stieg die Nachfrage nach Biberpelzen aus Nordamerika.

Die Hudson's Bay Company

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zogen französische Händler aus Montreal den Sankt-Lorenz-Strom hinauf bis ins obere Mississippi-Tal. Als die Engländer 1670 die Hudson's Bay Company gründeten, spielten die nördlichen Stämme die Händler beider Länder geschickt gegeneinander aus.

Die Güter, die die Indianer als Bezahlung erhielten – Gewehre, Pulver, Kugeln, Beile, Decken, Tuch, Kessel, Messer – veränderten ihre materielle Kultur tiefgreifend.

Die Biberkriege der Irokesen

Die verheerendsten Kriege führten die Irokesen, die zunächst die Holländer und später die Engländer mit Pelzen versorgten, bis es in ihrem Land keine Biber mehr gab. Ab 1649 kämpften sie drei blutige Jahrzehnte lang um Zugang zu den Pelztierregionen.

„Sie pirschen durch den Wald wie Füchse. Sie greifen an wie Löwen. Sie fliegen wie Vögel und verschwinden, noch bevor sie richtig aufgetaucht sind."
– Pater Jérôme Lalemant

Das tragische Erbe

Der Pelzhandel hinterließ eine bleibende Tragödie: Viele Stämme, die den Tierbestand ihres Landes erschöpft hatten, waren von den Gütern der Weißen abhängig geworden. Unfähig, zu ihrer ursprünglichen Lebensweise zurückzukehren, versanken viele in Armut und Verzweiflung.

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Hinweis zur Verwendung des Begriffs „Indianer"

Diese Website verwendet den Begriff „Indianer" als im deutschen Sprachraum etablierte Bezeichnung für die indigenen Völker Nordamerikas. Im Gegensatz zum Englischen oder Spanischen hat dieser Begriff im Deutschen keine abwertende Konnotation. Heute sind Bezeichnungen wie „Native Americans", „First Nations" oder „Indigene Völker" gebräuchlicher. Wir respektieren die Selbstbezeichnungen der einzelnen Nationen.