"Kein fremdes Blut fließt in meinen Adern; ich bin ein Vollblut-Muskogee!"
Der Weg zum Anführer
Osceola, Asi-yahola, wurde als Creek-Indianer geboren. Im Laufe der Zeit hatte sich Osceola als tüchtiger Jäger und ausgezeichneter Redner einen guten Namen unter den Seminolen verschafft. Seinen Aufstieg zum berühmtesten Anführer der Seminolen hatte er ausschließlich seinen überragenden Fähigkeiten zu verdanken, da er eine Häuptlingswürde weder vererbt noch jemals verliehen bekommen hatte.
Der Name leitet sich von einem Brauch der Seminolen ab: "Asi" ist die Bezeichnung für einen bei Zeremonien verwendeten schwarzen Trank aus Stechpalmenblättern, nach dessen Genuss die Krieger langgezogene Schreie ausstießen, die wie "Yaholo" klangen. Da Osceola imstande war, erhebliche Mengen dieses Trankes zu sich zu nehmen, bekam er den Namen "Asiyaholo", der von den Weißen zu "Osceola" verballhornt wurde.
Der Konflikt
Osceolas versöhnliche Haltung verwandelte sich in erbitterte Feindschaft, als seine zweite Frau von Sklavenjägern geraubt wurde und seine Proteste von Agent Thompson ignoriert wurden. Er wurde festgenommen und ins Gefängnis geworfen. Nach seiner Freilassung setzte er alles daran, diese Schmach zu rächen.
1835 forderte General Thompson die Unterzeichnung eines Vertrages zur Umsiedlung. Plötzlich sprang Osceola mit funkelnden Augen auf, zog sein Jagdmesser und durchbohrte damit den Vertrag. Leidenschaftlich rief er: "Das Land gehört uns! So werde ich alle Verträge unterzeichnen!"
Der Zweite Seminolenkrieg
Am selben Tag, als Major Dade mit 110 Mann in einen Hinterhalt geriet und vernichtend geschlagen wurde, gelang auch Osceola ein Husarenstück: Mit einigen Getreuen schlich er sich an Fort King heran und tötete eigenhändig den verräterischen Thompson.
In einem Brief an General Winfield Scott schrieb Osceola: "Ihr habt Gewehre, wir auch. Ihr habt Pulver und Blei, wir auch. Eure Leute wollen kämpfen, und so werden es unsere auch tun, bis der letzte Tropfen Seminolenblut den Staub unserer Jagdgründe benetzt hat."
Die hinterhältige Gefangennahme
General Jesup war jedes Mittel recht, um Erfolg zu erzielen. Im September 1837 vereinbarte Osceola ein Friedenstreffen. Am vereinbarten Treffpunkt lauerte auf Anweisung Jesups ein Trupp Soldaten. Osceola wurde heimtückisch überfallen und nach Fort Moultrie in South Carolina gebracht.
Der Maler Catlin besuchte Osceola und schrieb: "Dieser junge Mann ist zweifelsohne der außerordentliche Charakter, als der er seit einigen Jahren bekannt ist. Seine Gestalt ist mittelgroß, seine Bewegungen geschmeidig und elegant. Sein Charakter ist so außergewöhnlich, dass man die ganze Welt durchsuchen könnte, ohne einen ähnlichen zu finden."
Am 30. Januar 1838 starb Osceola an einer akuten Halsentzündung. 1966 wurde sein Grab geöffnet und die sterblichen Überreste heimlich in die Everglades gebracht.
