Die frühen Jahre
Geronimo wurde 1829 als Goyatley (übersetzt etwa „der Gähnende") in der Nähe des heutigen Clifton, Arizona, geboren. Er gehörte zur Bedonkohe-Gruppe der Chiricahua-Apachen. Der Name „Geronimo" wurde ihm später von mexikanischen Soldaten gegeben - möglicherweise eine Verballhornung seines Namens oder ein Ausruf während seiner furchteinflößenden Angriffe.
In seiner Jugend lebte Geronimo das traditionelle Leben der Apachen: Jagd, Kriegszüge gegen feindliche Stämme und die Verteidigung des angestammten Territoriums im Südwesten der heutigen USA und im Norden Mexikos.
Die Tragödie von 1858
Das Jahr 1858 markierte einen Wendepunkt in Geronimos Leben. Während die Männer seines Lagers abwesend waren, überfielen mexikanische Truppen das Dorf bei Janos in Chihuahua. Bei diesem Überfall wurden Geronimos Mutter, seine Frau Alope und seine drei Kinder getötet.
„Ich hatte keine Waffe und konnte nichts tun. Ich stand einfach nur da und sah zu. Ich schwor, mich zu rächen."
Von diesem Tag an schwor Geronimo allen Weißen - sowohl Mexikanern als auch US-Amerikanern - blutige Rache. Diese Tragödie formte ihn zu dem unerbittlichen Krieger, der zur Legende werden sollte.
Die Apachen-Kriege
Jahrelang führte Geronimo Überfälle und Kriegszüge gegen mexikanische Siedlungen durch. Er galt als ungewöhnlich grausam und wurde von seinen Feinden gefürchtet. Gemeinsam mit anderen Apachen-Führern wie Cochise, Mangas Coloradas und später Naiche widersetzte er sich der Zwangsumsiedlung in Reservate.
Geronimo war nicht nur ein furchtloser Krieger, sondern auch ein angesehener Medizinmann mit großen spirituellen Kräften. Seine Anhänger glaubten, er könne Kugeln ausweichen und die Zukunft voraussehen. Diese Aura der Unbesiegbarkeit machte ihn zu einem natürlichen Anführer.
Der längste Feldzug der US-Armee
Im Jahr 1886 führte Geronimo mit einer kleinen Streitmacht von nur 37 Apachen - darunter 14 Frauen - einen Guerillakrieg, der die Vereinigten Staaten vor enorme Probleme stellte. Um diese kleine Gruppe zu bekämpfen, setzte die US-Regierung ein:
- 5.000 US-Soldaten
- 500 Apachen-Scouts
- Mehrere tausend Mann starke Bürgermilizen
General Nelson A. Miles kommandierte diese gewaltige Streitmacht. Der Feldzug kostete die USA mehr als eine Million Dollar - eine astronomische Summe für die damalige Zeit.
Die Kapitulation
Am 4. September 1886 ergab sich Geronimo schließlich General Miles im Skeleton Canyon, Arizona. Es war die letzte Kapitulation eines indianischen Führers in den Vereinigten Staaten und markierte das Ende des längsten Feldzuges in der Geschichte der US-Armee.
Nach seiner Kapitulation wurden Geronimo und seine Anhänger zunächst nach Florida deportiert und in Fort Marion gefangen gehalten. Die Bedingungen waren entsetzlich: Viele Apachen starben an Krankheiten, die in dem feuchten Klima grassierten.
Die letzten Jahre
1894 wurden die überlebenden Chiricahua nach Fort Sill in Oklahoma verlegt. Obwohl Geronimo offiziell ein Kriegsgefangener blieb, wurde er zu einer Berühmtheit. Er nahm an der Weltausstellung in St. Louis 1904 teil und ritt sogar bei der Amtseinführung von Präsident Theodore Roosevelt mit.
Zwischen 1905 und 1906 diktierte Geronimo seine Lebensgeschichte, die später unter dem Titel „Geronimo's Story of His Life" veröffentlicht wurde und auch in deutscher Übersetzung erschien.
Geronimo starb am 17. Februar 1909 in Fort Sill, Oklahoma. Er wurde auf dem Apachen-Friedhof des Forts beigesetzt, wo sein Grab noch heute besucht werden kann. Er starb als Kriegsgefangener - ein Status, den er bis zu seinem Tod behielt.
Vermächtnis
Geronimos Name wurde zum Synonym für Mut und Widerstand. Bis heute rufen US-amerikanische Fallschirmspringer „Geronimo!" beim Absprung - ein Brauch, der während des Zweiten Weltkriegs entstand. Sein unerbittlicher Kampf für die Freiheit seines Volkes macht ihn zu einer der bekanntesten Figuren der amerikanischen Geschichte.
